Freitag, 4. Mai 2012

Rezension: Ulrike Herwig - Martha im Gepäck

Ulrike Herwig - Martha im Gepäck

Marion von Schröder Verlag
272 Seiten
ISBN: 9783547711806


Über die Autorin:
Ulrike Herwig arbeitete zehn Jahre in London als Deutschlehrerin. Seit 2001 lebt sie mit ihrer Familie in Seattle, USA. Als Ulrike Rylance schreibt sie erfolgreich Jugendliteratur. Ihr erster Roman für Erwachsene "Tante Martha im Gepäck" war ein großer Erfolg.

Inhalt:
Tante Martha liebt geknüpfte Deckchen, kitschige Malerei – und sie ist eine Despotin. Das bekommt auch die Familie ihrer Nichte zu spüren, als sie plötzlich zwischen den Kindern auf der Rückbank des Kombis sitzt: kariertes Reisekostüm, Koffer auf dem Schoß, mit Regenschirm bewaffnet. Selbstverständlich kommt sie mit in den Schottlandurlaub. Tante Martha zockt Truckfahrer beim Kartenspiel ab, bringt die Familie im Castle eines Liebhabers unter und entpuppt sich als Whisky-Expertin. Und Martha hat noch mehr Trümpfe im Ärmel.

Frauen sind nicht wie Wein. Sie reifen und altern nicht besser, nur weil man sie nicht anguckt und im dunklen Keller ruhen lässt.
Seite 78

Meine Meinung:
Große Erwartungen hatte ich an "Martha im Gepäck", denn ich liebe solche Geschichten, die mich zum Lachen bringen. Und was soll ich sagen: Ich wurde nicht enttäuscht. Martha ist eine wunderbare Protagonistin, die den Urlaub der Familie komplett auf den Kopf stellt. Dabei entpuppt sie sich als ganz anders, als ihre Familie sie bisher kannte, was sicher auch daran lag, dass man kaum Zeit mit ihr verbringen wollte, da sie ja nur die alte schrullige Tante ist, die ja eh total verrückt ist. Dementsprechend geschockt reagieren alle, als Tante Martha spontan mit auf die Reise nach Schottland geht. Nach und nach kommen ihre Gründe dafür zum Vorschein und immer wieder gerät die Familie durch Martha in komische Situationen, die mich stellenweise wirklich laut loslachen ließen, was mir immer mal wieder komische Blicke eingebracht hat. Familie Thieme ist eine ziemlich normale Familie, die ihre großen und kleinen Sorgen hat und mit der man sich so direkt verbunden fühlt, denn man kann ihnen wunderbar nachfühlen, wie sie sich fühlen. Da wäre Karen, die Mutter, die ständig an sich selbst zweifelt, ihren Job und Chef hasst und sich heimlich zu ihrem Kollegen hingezogen fühlt. Bernd, Karen´s Mann, der seine Nase kaum aus dem Reiseführer nehmen kann, alles besser weiß und sich kaum noch um Karen bemüht. Mark, der pubertierende Sohn, dem das Handy schon beinah angewachsen zu sein scheint und der kaum etwas mit seinen Eltern zu tun haben will. Und die kleine Tochter Teresa, die Martha ganz besonders in ihr Herz geschlossen hat und noch so herrlich unschuldig ist. Alle aus dieser Familie machen im Laufe ihrer Reise eine große Veränderung durch, jeder entwickelt sich weiter. Es hat mir unheimlich gut gefallen, zu sehen, wie die Familie plötzlich bestimmte Dinge ganz anders sieht, als vorher und vor allem natürlich, dass sie bemerken, wie sehr sie Martha bisher unterschätzt bzw. falsch eingeschätzt haben.
Ulrike Herwig hat einen schönen, flüssigen Schreibstil und es macht einfach Spass dieses Buch zu lesen. Auch die Beschreibung der Fahrt nach und in Schottland hat mir total gut gefallen, denn es wirkt gut recherchiert und es hat wirklich Urlaubsfeeling bei mir aufkommen lassen. Deswegen ist "Martha im Gepäck" das perfekte Urlaubs- und/oder Sommerbuch und das war sicher nicht das letzte Buch, dass ich von Ulrike gelesen habe.

Kommentare:

Fabella hat gesagt…

Allein das Cover springt mich irgendwie schon an, es ist total schön. Und Deine Rezi überzeugt mich letztendlich, das es zumindest schonmal auf meine Wunschliste MUSS :) .. klingt nach schöner Unterhaltung für Zwischendurch.

joshi_82 hat gesagt…

Genau das ist es auch. Hat richtig Spaß gemacht, das zu lesen und ich hätte nichts gegen eine Fortsetzung einzuwenden ;)