Donnerstag, 12. September 2013

Rezension: Jennifer Benkau - Himmelsfern

Jennifer Benkau - Himmelsfern

Script5
495 Seiten
ISBN: 978-3839001431
Erscheinungsdatum: 16. September 2013

Über die Autorin:
Jennifer Benkau wurde 1980 in der weltschärfsten Stadt zwischen Düsseldorf und Köln geboren, wo sie mit einem Ehemann, drei Kindern und zwei Katzen lebt.
Sie schreibt Bücher, weil es ihr ein Bedürfnis ist, Geschichten zu erzählen, sie aber beim Reden stottert. Zum Schreiben braucht sie Wind, laute Musik, Schokolade, Kiwis und Kaffee; aus dieser Mixtur entstehen paranormale Liebesromane, die der Autorin als Ausgleich dienen, bezeichnet sie sich doch selbst als ebenso romantisch wie einen getragenen Turnschuh.

Klappentext:
Noa verliebt sich. Doch ihr bleiben nur zwei Wochen. In zwei Wochen wird der Junge, den sie liebt, dem Menschsein den Rücken kehren, vielleicht für immer. Hat ihre Liebe unter diesen Umständen überhaupt eine Chance? Wird der Schmerz am Ende nicht viel zu groß sein? Doch Noa kennt das Spiel mit dem Feuer - ihre Leidenschaft ist der Tanz mit den brennenden Poi. Wird sie es schaffen, ihre Furcht zu bezwingen, so wie sie bei jedem Training, jedem Auftritt ihre Angst überwindet? Denn sie ist seine einzige Hoffnung ...

"Jemandem zu helfen ist nie vergebens" (...) "Auch nicht, wenn man scheitert?" "Besser man scheitert gemeinsam als allein."
Seite 389

Meine Meinung:
Jennifer Benkaus Bücher sind für mich einfach ein absolutes Muss. Ich liebe ihren Schreibstil und ihre (Haupt-)Protagonisten sind meist keine typischen Helden, sondern erstmal irgendwie anders. So auch bei "Himmelsfern".
Noa, die Ich-Erzählerin der Geschichte, ist mir schon auf Anhieb sehr sympathisch gewesen. Sie hat einen tollen Humor, ist mutig und aufopfernd, dabei zeigt sie dennoch ihre Schwächen und ist einfach erfrischend normal. Das Verhältnis zu ihrem Vater hat mir sehr gefallen, denn man merkt einfach, dass die Lebensumstände diese beiden zusammengeschweißt hat.
Marlon ist geheimnisvoll, düster, ein wenig in sich gekehrt und dadurch oft undurchschaubar und übt eine unheimliche Anziehungskraft auf Noa aus. Diese beiden Charaktere passen wunderbar zusammen und die Chemie stimmt einfach, auch wenn man das erstmal gar nicht vermuten würde.
Die restlichen Charaktere bleiben meist relativ blass, wobei mich das überhaupt nicht gestört hat, denn sie waren für mich eben das: Randfiguren. Die Geschichte dreht sich größtenteils eben einfach um Noa und Marlon, was ich vollkommen ausreichend fand. Das heißt jedoch nicht, dass die Geschichte um diese Liebesgeschichte drumherum, nicht spannend oder interessant ist. Im Gegenteil fand ich die Ideen der Autorin wieder sehr faszinierend und den Weg zum Ende des Buches unglaublich fesselnd, was sicher auch am schönen Schreibstil ebenjener liegt, den man oft schon fast poetisch nennen könnte und der wunderbar detailliert ist. Der Leser lüftet zusammen mit Noa die Geheimnisse rund um Marlon und Jennifer Benkau hat damit einen Spannungsbogen geschaffen, der sich durch das komplette Buch zieht, denn man weiß oft nicht, wer hier Gut und wer Böse ist, und was genau hier eigentlich überhaupt passiert, da Marlon in der Beziehung nicht gerade der Gesprächigste ist. Die Grundstimmung in diesem Buch ist vielleicht nicht unbedingt jedermanns Sache, denn eine typische Liebesgeschichte ist das hier ganz sicher nicht, sondern eher wirkt die Atmosphäre düster und unheilgeschwängert, doch mir persönlich hat gerade das wirklicht gut gefallen.
Fazit:
"Himmelsfern" ist eine Geschichte, die fesselt, berührt, bezaubert, nachdenklich stimmt, einen das Buch erst zur Seite legen lässt, wenn man weiß, wie sie endet und die den Leser auch nach dem Lesen noch beschäftigt. Für mich ein absolutes Must-Read.
Ich vergebe 5 von 5 Punkten!

Kommentare:

Sabine Büchersüchtig hat gesagt…

Hallo Anja,

das hört sich nach einem tollen Buch an und kommt deshalb gleich auf meine Wunschliste. Danke für die schöne Rezi.

LG
Sabine

joshi_82 hat gesagt…

Dann lass es da nicht zu lange liegen, denn es lohnt sich wirklich, finde ich ;)