Sonntag, 28. Oktober 2012

Rezension: P.C. Cast - Tales of Partholon 3: Gekrönt


P.C. Cast - Tales of Partholon 3: Gekrönt

Mira Taschenbuch
368 Seiten
ISBN: 978-3899419665
Erscheinungsdatum: Januar 2012

Über die Autorin:
P. C. Cast wurde 1960 in Watseka in Illinois geboren. Bevor sie sich ausschließlich dem Schreiben widmete, arbeitete sie für die US-amerikanische Airforce und war 15 Jahre lang als Lehrerin tätig. Heute lebt Cast mit ihrer Tochter in Oklahoma. Sie reist gerne, geht häufig ins Kino und liebt Wanderungen mit ihren Hunden.

Klappentext:
Schon lange hat Morrigan Parker gespürt, dass sie anders ist. An ihrem achtzehnten Geburtstag erfährt sie die Wahrheit: Sie ist die Tochter einer Hohepriesterin und verfügt über magische Kräfte! Willkommen, Lichtbringerin ... In den Alabaster-Höhlen hört sie eine seltsam vertraute Stimme. Mit einem Mal fühlt Morrigan sich geborgen und ist von einer unerklärlichen Ruhe erfüllt. Instinktiv berührt sie die Felswand und sieht, dass die Kristalle unter ihrer Handfläche zu leuchten beginnen! Morrigan weiß einfach, dass ihr Weg hier beginnt - von dieser Höhle aus wird sie nach Partholon gelangen, ins Land ihrer Mutter und ihr wahres Zuhause. Doch kann sie ihre Großeltern verlassen? Außerdem muss sie sich von dem netten Typen verabschieden, bei dessen Anblick sie schon Herzklopfen bekommt. Und was wird sie erwarten, wenn es ihr gelingt, nach Partholon zu gelangen?

Meine Meinung:
"Gekrönt" ist mittlerweile der dritte Band der "Tales of Partholon"-Reihe. Ich muss ehrlich gestehen, dass mir Shannon und ClanFintan schon sehr fehlen, auch wenn sie noch kleine Rollen in diesem Buch einnehmen. Hat mir im ersten Band "Ausersehen" noch die Schlagfertigkeit und der Witz von Shannon so gut gefallen, so fehlt mir das hier fast komplett. Das finde ich sehr schade, denn gerade das war es, was mich so neugierig auf diese Reihe gemacht hat. Schön fand ich jedoch, dass dieses Mal wieder die Haupthandlung in Partholon stattfindet und nicht - wie im Vorgänger - in Oklahoma.
Fast alle Protagonisten sind sympathisch und lassen sich schnell ins Herz schließen, man freut sich darüber, die bekannten Charaktere wieder zu treffen und lernt neue kennen. Nur eine von ihnen konnte mich nicht so recht überzeugen und das ist leider die für dieses Buch wichtigste: Morrigan. Selten habe ich so eine launische Protagonistin erlebt, die ziemlich schnell zickig wird, gleichzeitig aber unsicher und ein wenig verloren wirkt. Sie möchte alles richtig machen, hat es dabei aber nicht leicht, weswegen man ihr ihre Zickereien dann doch noch nachsieht. Trotzdem konnte ich sie leider nicht wirklich in mein Herz schließen. Anders ging es mir da jedoch mit Kegan, Kai, Birkita und den Großeltern von Morrigan, die Morrigan - trotz ihrer Launen - unterstützen, wo sie nur können.
Wie schon zu Beginn geschrieben, ist die Rolle, die Shannon und ClanFintan hier einnehmen recht klein und doch habe ich die Szenen, in denen die Beiden auftauchen, am liebsten gelesen.
Gefehlt hat mir auch ein wenig die Spannung, die in den beiden vorangegangenen Büchern doch recht hoch war. Hier geht es mehr darum, wie Morrigan ihre Kräfte entdeckt und ob sie diese annimmt und akzeptiert, wer sie wirklich ist. Das ist zwar interessant und am Ende gibt es doch noch einen kleinen Höhepunkt, doch für mich kommt es einfach nicht an die anderen Bücher heran. Dabei ist es gar nicht schlecht geschrieben, im Gegenteil. Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil und ganz besonders Partholon ist toll beschrieben. Gefühle beschreibt P.C. Cast wunderbar, so dass es immer wieder besonders traurige Stellen gab, an denen auch mir die Tränen in den Augen standen.
Ich hätte gerne noch mehr Abenteuer mit Shannon und ClanFintan miterlebt, doch soweit ich weiß, spielt der vierte Teil der Reihe "New Tales of Partholon 4: Erhört" wohl hundert Jahre später, so dass ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob ich diese Reihe weiter verfolgen möchte.
Fazit:
Der dritte Teil der Tales of Partholon-Reihe konnte mich leider nicht mehr so begeistern wie noch Teil 1 und 2. Hier fehlte es eindeutig an der Spannung und dem Humor und vor allem an den liebgewonnenen Protagonisten Shannon und ClanFintan. Trotzdem ist dieses Buch durchaus lesenswert, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich diese Reihe weiterhin verfolgen möchte.
Ich vergebe 3,5 von 5 Punkten!

Freitag, 26. Oktober 2012

Rezension:Julia Donaldson - Der Grüffelo / Das Grüffelokind (Hörspiel)


Julia Donaldson - Der Grüffelo/ Das Grüffelokind (Hörspiel)

Hörcompany
Laufzeit: 35 Minuten
ISBN: 978-3935036771
Sprecher: Ilona Schulz
Erscheinungsdatum: 12. Dezember 2008

Über die Autorin:
Julia Donaldson, geboren 1948 in London, war Lektorin und Lehrerin. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin mit ihrer Familie in Glasgow. Zusammen mit Axel Scheffler veröffentlichte sie zahlreiche erfolgreiche Bilderbücher, darunter der Beststeller »Der Grüffelo«.

Inhalt in eigenen Worten:
Der Grüffelo
Die Maus trifft auf ihrem Weg durch den Wald Tiere die sie fressen wollen (Fuchs, Eule und Schlange). Damit sie nicht gefressen wird und um den anderen Tieren Angst einzujagen, erzählt sie ihnen, dass sie auf dem Weg zum schrecklichen Grüffelo ist (von dem die Maus selbst allerdings denkt, dass es ihn gar nicht wirklich gibt). Ihr Plan geht auf und die Tiere lassen die Maus unbehelligt ziehen. Doch plötzlich trifft sie tatsächlich auf den Grüffelo, der sie nun auch fressen will. Jetzt muss die Maus sich etwas einfallen lassen, um dem zu entgehen.

Das Grüffelokind
Der Grüffelo erzählt dem Grüffelokind von der großen, bösen Maus. Eigentlich tut er das nur, um das Grüffelokind vor der Maus zu warnen, doch damit hat er erst die Neugierde des kleinen Grüffelokindes entfacht, und es macht sich auf den Weg, um sich davon zu überzeugen, dass die Maus tatsächlich so ungeheuerlich und angsteinflößend ist. Dabei trifft es auf die Tiere, die die Maus damals ausgetrickst hat. Die Tiere haben ganz offensichtlich Angst vor der Maus, doch das Grüffelokind will noch immer nicht aufgeben. Als das Grüffelokind die Maus dann doch noch trifft, will es die Maus fressen und wieder muss die Maus tief in ihre Trickkiste greifen, um dem Grüffelokind zu entkommen.

Meine Meinung:
Die Geschichte um den Grüffelo kannten wir schon vorher, doch "Das Grüffelokind" war uns noch neu. Umso gespannter waren wir natürlich, was die Maus sich da wieder einfallen lässt.
Ilona Schulz hat dieses Hörspiel wirklich wunderbar gesprochen. Jedes Tier hat eine andere Stimmlage, so dass es Kindern natürlich umso mehr Spaß macht, dabei zuzuhören. Auch die Musik und die Hintergrundgeräusche sind fantastisch ausgewählt. Wenn man genau aufpasst, dann erkennt man schon an der Musik, welches Tier einem gleich begegnen wird und die Idee finde ich großartig.
Natürlich vermittelt die Geschichte an sich auch eine wichtige Botschaft: man muss nicht groß und stark sein, um clever zu sein und kann einiges erreichen, indem man sein Köpfchen anstrengt.
Zusätzlich zum Grüffelo-Lied, gibt es als Bonus die englische Version auf dieser CD, die sich unbedingt jeder einmal anhören sollte, denn meinen Beiden hat diese Version ganz besonders gut gefallen, da sie so witzig gesungen wurde.
Fazit:
Nicht nur für Grüffelo-Fans ein absolut empfehlenswertes Hörspiel. Wunderbar gesprochen und gesungen, ein großer Spaß für kleine Mäuse (und auch für große). Eine perfekte Ergänzung zu den Büchern von Julia Donaldson und Axel Scheffler.
Ich vergebe 5 von 5 Punkten!

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Rezension: Ellen Alpsten - Halva, meine Süße


Ellen Alpsten - Halva, meine Süße

Coppenrath 
400 Seiten
ISBN: 978-3649605980
Erscheinungsdatum: 15. August 2012

Über die Autorin:
Ellen Alpsten wurde 1971 in Kenia geboren und verbrachte dort ihre Kindheit und Jugend. Ende der siebziger Jahre kehrte sie mit ihrer Familie nach Deutschland zurück und studierte Jura, Philosophie, Politik und Wirtschaft in Köln und Paris. Neben dem Schreiben war sie schon als Journalistin, Botschaftsmitarbeiterin, TV-Produzentin und Moderatorin tätig.

Klappentext:
Teheran 2004: Nachdem der Vater der 8-jährigen Halva Mansouri nur mit viel Glück der Willkür und Folter im iranischen Gefängnis entkommen ist, sieht die Familie keinen anderen Ausweg mehr, als aus dem Iran zu fliehen. Mit Hilfe ihres einflussreichen Bekannten Bijan setzen sie sich nach Augsburg ab. Zehn Jahre später: Halvas Familie hat sich in Deutschland eine erfolgreiche Existenz aufgebaut. Ihre Eltern führen ein gut laufendes Café, ihr Bruder Mudi hat gerade mit seinem Jurastudium begonnen und sie selbst steht kurz vor ihrem Schulabschluss. Auf einer Erstsemesterparty lernt sie Kai kennen, einen Kommilitonen von Mudi. Für Halva ist es Liebe auf den ersten Blick und auch Kai schwebt auf Wolke Sieben. Doch auf einmal beginnt ihre Familie, die Treffen mit Kai zu verhindern. Halva ist völlig verwirrt: Was stört ihre sonst so weltoffenen Eltern an der Beziehung zu Kai? Und was hat es mit den Briefen auf sich, die plötzlich aus Teheran eintreffen? Als Halva schließlich hinter das Geheimnis ihrer Familie kommt, wird ihr klar, dass nicht nur ihre Liebe zu Kai, sondern ihre gesamte Zukunft auf dem Spiel steht - so hoch war der Preis, den ihre Eltern damals für die Flucht aus dem Iran gezahlt haben ...

Meine Meinung:
"Halva, meine Süße" ist ein absolut wundervolles Buch. Die Autorin versteht es gekonnt, die Gefühle von Kai und Halva zu beschreiben und immer wieder erwischt man sich dabei, dass man denkt: "Genauso ging es mir auch schonmal". Halva und Kai verlieben sich auf den ersten Blick ineinander, was ich ja eigentlich nicht so gerne mag, doch hier hat es mich fast gar nicht gestört. Beide sind absolut sympathische Protagonisten, die alles für ihre große Liebe tun würden. Ellen Alpsten hat alle Charaktere wunderbar beschrieben, man fühlt mit ihnen mit, lacht und weint mit ihnen oder möchte sie auch einfach mal kräftig durchschütteln. Dabei lernt man noch die iranische Kultur besser kennen, was ich wahnsinnig interessant fand. Das Thema, das die Autorin hier anschneidet, ist ja leider immer noch sehr aktuell. Hier sieht man die Gründe dafür aus der Sicht von Halva und Kai und auch aus der Sicht von Halvas Familie. Denn Familie geht den Mansouris über alles, auch wenn es da schonmal recht einseitig verteilt erscheint, wenn es darum geht, wer bevorzugt behandelt wird. Sehr gut gefallen hat mir, wie sehr Kai um Halva kämpft und wie stark Halva mit ihrer Situation umgeht.
Ellen Alpsten hat einen flüssigen und wirklich schönen Schreibstil, der sich leicht lesen lässt und mit dem es sich wunderbar in diese Geschichte abtauchen lässt. Gerade zum Ende hin möchte man das Buch nicht mehr weglegen müssen, da es spannend und dramatisch wird.
Fazit:
Dieses Buch ist wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle: wunderschön erzählt, gefühlvoll beschrieben, romantisch, dramatisch und spannend. Ein absolutes must-read
Ich vergebe 5 von 5 Punkten!


Ein großes Dankeschön für die Bereitstellung dieses Buches geht an Blogg dein Buch und den Coppenrath Verlag!

Sonntag, 21. Oktober 2012

Buchpost KW 41 und 42

Letzte Woche kam nur ein Buch bei mir an (dafür ein lange erwartetes, auf das ich mich unheimlich freue), deswegen habe ich wieder beide Wochen zusammen gelegt. Wieder einmal hatte ich bei Blogg dein Buch Glück und konnte ein Exemplar von "Halva, meine Süße" ergattern, was ich auch gerade lese. Dann hat mich noch ein "Gebannt "erreicht, welches ich mir bei Dshini "erspielt" habe. Hier alle Neuzugänge im Überblick:

Gesa Schwartz - Grim 3: Die Flamme der Nacht
Rätselhafte Nebel suchen die Oberwelt von Paris heim. Wo sie sich über die Stadt legen, fallen die Menschen in einen tiefen Schlaf, um kurz darauf spurlos zu verschwinden. Der Gargoyle Grim und die junge Sterbliche Mia versuchen, dem seltsamen Phänomen auf die Spur zu kommen. Sie ahnen nicht, dass schon bald sehr viel mehr auf dem Spiel stehen wird als das Schicksal der verschwundenen Menschen …

Monika Feth - Spiegelschatten

Er kennt seine Opfer, doch wer kennt ihn?
Ein Mörder geht um im Raum Köln/Bonn. Seine Opfer sind allesamt junge Männer. Als Romy Berner, Volontärin beim KölnJournal, mit der Recherche beauftragt wird, muss sie feststellen, dass alle Toten dem Freundeskreis ihres Zwillingsbruders Björn angehörten – und dass der Mörder ihr näher ist, als sie ahnt …

Veronica Rossi - Gebannt: Unter fremdem Himmel

Getrennt durch zwei Welten, geeint im Überlebenskampf, verbunden in unendlicher Liebe.
Die siebzehnjährige Aria lebt in einer Welt, die perfekter ist als die Realität. Perry kommt aus einer Wildnis, die realer ist als jede Perfektion und in der wilde Stürme das Leben bedrohen. Als Aria in seine Welt verstoßen wird, rettet Perry ihr das Leben. Trotz ihrer Fremdheit verbindet die beiden die Verzweiflung und Sorge um die, die sie lieben. Aria will ihre verschollene Mutter wiederfinden, Perry ist auf der Suche nach seinem Neffen, an dessen Entführung er sich die Schuld gibt. Aria versucht, vor Perry zu verbergen, dass ihre Gefühle ihm gegenüber sich wandeln. Doch Perry hat dies längst schon entdeckt, aber nicht nur bei Aria, auch bei sich selbst. In diesem ersten Band ihrer Trilogie schreibt Autorin Veronica Rossi über große Gefühle und tödliche Abenteuer, über Mut und Sinnlichkeit und über eine Heldin, die ihre Stärke entdeckt. Dieses Buch ist zutiefst romantisch und packend und so aufregend, dass man es nur schwer aus der Hand legen kann vor Ungeduld, zu erfahren, wie es auf der nächsten Seite weitergeht!

Ellen Alpsten - Halva, meine Süße
Als Halva auf einer Party Kai kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Während die beiden sich immer näher kommen und Pläne für die Zukunft schmieden, ahnen sie nicht, welche Tragödie sie mit ihrer Beziehung auslösen. Plötzlich erhalten Halvas Eltern seltsame Briefe aus ihrem Heimatland Iran und versuchen, ihre Tochter mit allen Mitteln von Kai fernzuhalten. Halva begreift zu spät, was noch alles für sie und ihre Familie auf dem Spiel steht. Hat ihre Liebe zu Kai dennoch eine Chance? Ein mitreißender Liebesroman, der unter die Haut geht.

Samstag, 20. Oktober 2012

Rezension: Heike Eva Schmidt - Purpurmond

Heike Eva Schmidt - Purpurmond

PAN Verlag
352 Seiten
ISBN: 978-3426283660
Erscheinungsdatum: 1. März 2012

Über die Autorin:
Heike Eva Schmidt wurde in Bamberg geboren und lebt heute im Süden Münchens. Nach einem Studium der Schulpsychologie wechselte sie direkt nach ihrem Abschluss zum Journalismus. Nach Stationen bei Radio, Fernsehen und Zeitschriften erhielt sie im Jahr 2000 ein Stipendium an der Drehbuchwerkstatt München. Seit mehreren Jahren arbeitet sie als freie Drehbuchautorin, aktuell für eine Serie des Bayerischen Fernsehens. 2010 verwirklichte sie schließlich ihren Kindheitstraum: Romane zu schreiben. Seitdem arbeitet sie vorzugsweise im bayerischen Voralpenland. Dort entstehen in ihrer kleinen „Schreibstube“ viele Ideen. „Purpurmond“ ist Heike Eva Schmidts erster Fantasyroman.

Klappentext:
Als Cat einen alten Halsreif findet, legt sie ihn sich neugierig um. Dumm nur, dass das Schmuckstück mit einem Fluch belegt ist und sie geradewegs in die Vergangenheit befördert. Zu allem Überfluss lässt sich der Kupferreif auch nicht mehr von ihrem Hals entfernen. Wären da nicht die kräuter­kundige Dorothea und deren Bruder Jakob, der Cats Herz schneller schlagen lässt, würde sie wohl verzweifeln, vor allem, da der Halsreif sich immer enger zusammenzieht …

Meine Meinung:
Das Debüt von Heike Eva Schmidt lässt mich zugegebenermaßen ein wenig zwiegespalten zurück. Die Idee der Geschichte finde ich wirklich toll, doch leider ist die Umsetzung nicht so gut gelungen, wie ich mir das gewünscht hätte. Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht der Protagonisten im Bamberg des Jahres 1630 und aus Sicht von Cat, die hier als Ich-Erzählerin fungiert, erzählt. Dabei haben mir die Stellen, die 1630 spielen sehr gut gefallen, wenn sie auch stellenweise ein wenig vorhersehbar waren und manchmal nicht ganz logisch. Ich weiß nicht warum, aber ich wurde mit Cat als Protagonistin einfach nicht warm. Zwar gab es Momente in denen ich schmunzeln musste, da es schon witzig war, wenn Cat Sprüche klopfte, die 1630 noch kein Mensch versteht, doch stellenweise kam sie mir einfach zu aufgesetzt vor. Sie soll taff wirken, stark und gleichzeitig verletzlich, doch ihre Handlungen sind stellenweise so unrealistisch für eine 17jährige, die eigentlich total geschockt sein müsste, wenn sie sich plötzlich in einer für sie vollkommen fremden Zeit befindet und dann auch noch zusehen muss, dass sie einen Kupferreif losbekommt, der sich immer enger um ihren Hals zuzieht. Sie findet sich fast sofort zurecht, auch wenn sie erstmal Startschwierigkeiten wegen der altmodischen Sprache hat und das ging mir einfach viel zu schnell. Ebenso schnell verliebt sie sich in einen wildfremden Jungen, den sie gerade einmal gesehen hat. Die Gefühlsentwicklungen im allgemeinen gingen mir hier viel zu flott voran. Sei es Freundschaft oder auch Liebe (zb. würde ich mich ganz sicher nicht von einem wildfremden Mann küssen lassen, wenn ich ihn gerade einmal gesehen habe und er plötzlich vor meiner Tür steht und wenn er noch so toll aussieht...). Leider sind alle Charaktere relativ flach geblieben, nur Dorothea ist für mich recht liebenswert und wohl die einzige Protagonistin, die hier ein wenig länger im Gedächtnis bleibt (schon deshalb, weil es sie wirklich gab und ihr Schicksal ziemlich dramatisch ist).
Die Darstellung der damaligen Zeit ist der Autorin gut gelungen und gerade diese Stellen haben mir am meisten Spaß gemacht, da sie detailreich waren, ohne zu langweilen und ich mich gut in diese Zeit hineinversetzen konnte. Auch der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, wenn auch nicht unbedingt etwas besonderes.
Fazit:
Eine tolle Idee für ein Buch, doch leider hat es hier ein wenig an der Umsetzung geschwächelt. Ich wurde mit den meisten Protagonisten nicht warm und war stellenweise schon ein wenig genervt von ebenjenen. Es gibt durchaus auch Lichtblicke in diesem Buch, doch schaffen diese es nicht, über die Schwächen hinwegzutäuschen.
Ich vergebe 3 von 5 Punkten!

Montag, 15. Oktober 2012

Rezension: Ursula Poznanski - Die Verratenen


Ursula Poznanski - Die Verratenen

Loewe Verlag
460 Seiten
ISBN: 978-3785575468
Erscheinungsdatum: Oktober 2012

Über die Autorin:
Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universitäten und landete schließlich als Redakteurin bei einem medizinischen Fachverlag. Nach dem fulminanten Erfolg ihres Jugendromans "Erebos" widmet sie sich dem Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.

Inhalt:
Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft. Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt. Die Verratenen ist der erste Band einer Trilogie. Mehr Infos rund ums Buch unter: www.Ursula-Poznanski.de

Meine Meinung:
War ich schon von "Saeculum" absolut begeistert, so konnte mich "Die Verratenen" sogar noch viel mehr überzeugen und ich muss sagen, ich bin Fan von Ursula Poznanski. Selbst wenn gar nicht so viel passiert, schafft sie es, mit ihrem Schreibstil zu fesseln. Dieser lässt sich nicht nur flüssig lesen, sondern umschreibt auch die Umgebung so, dass man sich richtig gut hineinversetzen kann in diese dystopische Welt. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Handlung ebenso wie die Protagonisten durchweg intelligent, logisch und überzeugend dargestellt wurden. Jeder der Charaktere hat andere Fähigkeiten, die in den Sphären ausgebildet wurden und die ihnen nun beim Überleben außerhalb ebenjener große Dienste leisten. Diese priviligierten Sphärenbewohner treffen nun außerhalb ihrer Welt auf die sogenannten "Prims" (Menschen, die außerhalb der Sphären leben) und erkennen, dass alles ganz anders ist, als sie es beigebracht bekamen. Nichts ist mehr so, wie es scheint. Immer wieder gibt es neue Lügen, die aufgedeckt werden und irgendwann weiß keiner mehr, wem er eigentlich trauen kann. Bis zum Schluß tappt der Leser ziemlich im Dunkeln und natürlich sind noch lange nicht alle Geheimnisse aufgeklärt.
Besonders gut gelungen finde ich die Charaktere, allen voran Ria und Sandor (der für mich der mit Abstand interessanteste Protagonist ist). Ria hat die Fähigkeit, zu erkennen, was in ihrem Gegenüber tatsächlich vorgeht - ob er lügt zb und kann mit ihren rhetorischen Fähigkeiten auch die Meinung der Menschen ändern. Sie ist wahnsinnig intelligent und stark und somit die perfekte Protagonistin, wie ich finde. Sie will nicht ständig beschützt werden, sondern versucht, alleine klar zu kommen, in dieser ihr feindlich gesinnten Welt. Auch ihre fünf Mitstreiter, die mir ihr auf der Flucht sind, sind toll ausgearbeitet und dann wären da noch die Bewohner der Außenwelt, die ebenfalls die nötige Tiefe besitzen. Man versteht die Gründe dafür, dass sie den Sphärenbewohnern so feindlich gegenüberstehen, auch wenn diese die tatsächlichen Gründe dafür erst im Laufe des Buches herausfinden (ebenso wie der Leser).
Das Ende ist ziemlich offen und macht Lust auf den zweiten Teil der Trilogie. Ich bin wirklich sehr gespannt, was Frau Poznanski sich noch einfallen lässt, welche Abenteuer zu bestehen sind und wie das große Geheimnis, das sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht, gelöst wird.
Fazit:
Ein großartiger Pageturner, der mit intelligenten und sympathischen Charakteren, einer gut durchdachten Zukunftsvision und vielen überraschenden Wendungen zu überzeugen weiß.
Ich vergebe 5 von 5 Punkten!

Freitag, 12. Oktober 2012

Rezension: Leigh Bardugo - Grischa: Goldene Flammen


Leigh Bardugo - Grischa: Goldene Flammen

Carlsen Verlag
352 Seiten
ISBN: 978-3551582850
Erscheinungsdatum: September 2012

Über die Autorin:
Leigh Bardugo wurde 1975 in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf. Sie studierte an der Yale University. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Make-up-Artist. "Grischa" ist ihr erster Roman, zwei weitere Bände um die Sonnenkriegerin Alina sind in Vorbereitung.

Inhalt:
Alina ist einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren. Dass sie heimlich in Maljen verliebt ist, ihren besten Freund seit Kindertagen, darf niemand wissen. Schon gar nicht Maljen selbst, der erfolgreiche Fährtenleser und Frauenschwarm. Bei einem Überfall rettet Alina Maljen auf unbegreifliche Weise das Leben. Doch was sie da genau getan hat, kann sie selbst nicht sagen. Plötzlich steht sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und wird zum mächtigsten Grischa in die Lehre geschickt. Geheimnisvoll und undurchschaubar, wird er von allen der Dunkle genannt. Aber wieso fühlt sie sich von ihm so unwiderstehlich angezogen? Und warum warnt Maljen sie so nachdrücklich vor dem Einfluss des Dunklen?

Meine Meinung:
Alles mögliche hatte ich von "Grischa - Goldene Flammen" erwartet, nur nicht, dass es mich so fesseln und begeistern würde. Dabei hatte ich anfangs noch so meine Probleme mit dem Schreibstil von Leigh Bardugo, wobei ich nichtmal genau sagen kann, was mich daran gestört hat, da er sich wirklich flüssig lesen lässt. Auch die Umgebung, die Charaktere und Geschehnisse werden gut beschrieben, so dass es auch daran nicht liegen kann. Vielleicht musste ich mich einfach erstmal dran gewöhnen. Sobald ich das jedoch getan hatte, konnte ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen, so sehr hat mich die Geschichte um die Sonnenkriegerin Alina gefesselt. Alina ist eine sehr sympathische Protagonistin, die es in ihrem Leben nicht leicht hatte, aber trotzdem zufrieden ist, solange ihr bester Freund Maljen für sie erreichbar ist und deren Charakter eine tolle Entwicklung im Laufe der Geschichte durchmacht. Maljen ist zwar auch sympathisch, könnte aber - meiner Meinung nach - noch ein wenig mehr Tiefe vertragen. Für mich am interessantesten ist "der Dunkle". Ein wirklich toller Charakter, der nicht gleich zu durchschauen ist, düster und recht unnahbar und dadurch natürlich umso anziehender. Auch die Nebenprotagonisten sind wirklich toll gelungen und ich konnte so einige von ihnen in mein Herz schließen.
Die Ideen, die die Autorin in diesem Debüt verarbeitet hat, finde ich wirklich toll. Endlich mal wieder etwas für mich absolut neues. Der Spannungsbogen der Geschichte ist recht hoch, allerdings gibt es auch Phasen, in denen man dann doch mal zur Ruhe kommt und das Leben der Grischa kennenlernt. Ganz so leicht ist es am Anfang nicht, sich in diese vollkommen neue Welt hineinzufinden, gerade was die unbekannten Begriffe rund um die Grischa angeht, doch ich finde, dass die Autorin das im Laufe der Geschichte gut aufklärt.
Nun heißt es für mich, warten auf den zweiten Teil. Ich hoffe nur, dass es nicht zu lange dauert, denn Leigh Bardugo konnte mich vollkommen von dieser wunderschönen Geschichte überzeugen und natürlich kann ich es kaum erwarten, zu erfahren, wie es weiter geht.
Fazit:
Ein wundervolles Debüt, dass mich absolut in seinen Bann gezogen hat. "Grischa - Goldene Flammen" ist fantastisch geschriebene Fantasy, mit neuen Ideen und sympathischen Charakteren.
Ich vergebe 5 von 5 Punkten!